Der Einsatz vollkeramischer Systeme ist in der Zahnheilkunde auf dem Vormarsch. Bereits seit Jahrzehnten auch in unserer Praxis voll etabliert sind die aus Glaskeramik gepressten Inlays, Onlays und Veneers. Diese Materialien haben sich aber für die Brückentechnik nicht geeignet, da die Zug- und Druckkräfte zu gering sind. Diese Lücke hat jetzt das Material Zirkonoxid aufgefüllt.

Zirkonoxid-Keramik - eine Hochleistungskeramik als Spezialmaterial für extreme Anwendungen im Weltraum (Hitzeschild des Space-Shuttles) oder im Automobil (Spezial-Bremsscheiben im Porsche) oder in der Medizin (Zirkonoxid-Hüftgelenke) - kann mit ihren herausragenden Eigenschaften jetzt auch im zahnmedizinischen Bereich dank innovativer Technik verarbeitet und eingesetzt werden.

Die Eigenschaften der Zirkonoxid-Keramik sind:

- Durch die Erfahrungen in der Hüftgelenksprothetik liegt eine 100%ige Biokompatibilität vor
- Bedingt durch die Keramik besteht eine exzellente Isolierung und damit eine geringe Temperaturleitung
- Materialbedingt gibt es keine Korrosionsprobleme und keine Wechselwirkungen mit Metallen von bereits vorhandenem Zahnersatz
- Optimal ästhetische Ergebnisse dank Transluzenz und natürliche Farbschichtung
- Ästhetisch perfekte und gesunde parodontale Verhältnisse
- Am Zahnfleischrand und am Kronenrand gibt es keine dunklen Verfärbungen durch Metallränder
- Extrem festes und bruchzähes Material, das selbst den Kaubelastungen um ein Mehrfaches standhält
- Biegefestigkeit über 900 MPa und Bruchzähigkeit 9 Mpa

Die Verarbeitung von Zirkoniumdioxid erfolgt im Dentallabor durch den Einsatz der CAD/CAM-Technologie. Das vom Techniker modellierte Brückengerüst wird mit Computertechnologie aus einem nicht vollständig gesinterten Zirkonoxidblock (Grünkörperverarbeitung = kreideartige Konsistenz) gefräst und über einen technologisch sehr aufwändigen Sinterprozess geschrumpft und verfestigt. Das fertige Brückengerüst wird jetzt vom Techniker mit einer speziellen Keramik verblendet und damit die optimale Ästhetik hergestellt. Dieser enorme technologische und materialbedingte Aufwand schlägt sich leider auch im Herstellungspreis nieder.