Was ist das?

Unter Keramikveneers versteht man eine minimalinvasive (= zahnsubstanzschonende) und ästhetisch optimale Versorgung von Zähnen im Frontzahnbereich im Oberkiefer und/oder Unterkiefer. Der Indikationsbereich erstreckt sich von Schmelzdefekten, Abrasionen, Verfärbungen, Hypoplasien (verkleinerte Fehlbildung von Zähnen), Zahnstellungsprobleme, Diastema (Frontzahnlücke), insuffiziente verfärbte Kunststofffüllungen bis zu Zahnhalsdefekten oder frakturierten Schmelzkanten/ecken. Diese Technik verhindert eine klassische Kronenpräparation mit entsprechend invasivem Zahnsubstanzabtrag und bringt eine natürliche Ästhetik mit einer einzigartigen Perfektion hervor. Dies ist bedingt durch die grazile keramische Verblendschale, die die natürliche Transluszenz, Reflexion und Inzisalkantenästhetik optimal wiedergeben kann und außerdem durch ihre Biokompatibilität keine Zahnfleischreaktionen verursacht.

Wie ist das Vorgehen?

Vor der Behandlung werden von der betroffenen Zahnsituation Fotos mit einer digitalen Spiegelreflexkamera und auch Gipsmodelle erstellt. Anhand der Fotos und auch eines prognostischen Aufwachsens der Gipszähne kann man die Möglichkeiten und auch die Grenzen der späteren Versorgung im Vorfeld demonstrieren und diskutieren.
In der Behandlungssitzung werden unter örtlicher Betäubung die Zähne präpariert (beschliffen), doch nur minimalinvasiv (d. h. 0,3 bis 0,6 mm als Schale im Lippenbereich im Gegensatz zur Krone mit einem Substanzabtrag von 1,5 bis 2 mm zirkulär). Es folgt eine Abformung, Gegenkieferabformung, Vermessung des Kiefergelenks und eine direkte oder indirekte provisorische Versorgung mit Kunststoff, die situationsbedingt keine sehr hohen Haftwerte hat!
In der Zwischenzeit fertigt der Zahntechniker Modelle, gipst diese Kiefergelenkskongruent in den Artikulator, erstellt dann auf den Gipszähnen Wachsschalen und nach Einbetten und Ausbrennen werden die Keramikrohlinge mittels Heißpressen hergestellt. Anschließend erfolgt mittels zeitintensiven und -aufwendigen, mehrmaligen Schichten, Bemalen und Brennen die Fertigstellung der Laminates.
In einer zweiten Sitzung nach ca. einer Woche werden die Kunstoffprovisorien entfernt, die Zähne mittels Cofferdam-Technik (siehe dort) absolut oder relativ mit Watterollen trockengelegt, gereinigt, geätzt und gebondet, die Keramikschalen werden auch geätzt, silanisiert und gebondet. Anschließend werden die Venneers mit einem Dual-Komposit (licht- und chemischhärtend) auf den Zähnen befestigt. Das Reinigen mit Lupenbrille ist sehr zeitaufwändig und schwierig, da der Dualkleber zahnfarben und glashart ist. Bei Vorliegen von Knirschen und Pressen in der Nacht oder ungünstigen Bissverhältnissen ist eventuell eine Schutzschiene indiziert und muß sofort nach der Behandlung angefertigt werden.
Zusammengefaßt kann man sagen, daß die labortechnische Herstellung und die klinische Eingliederung (Einprobe, Kleben und Reinigen) mit einem sehr hohen Zeitaufwand verbunden ist, welcher sich in den Kosten der Restauration niederschlägt. Doch letztendlich wird man durch das fantastische ästhetische Resultat belohnt!

 

Präparierter Zahn Veneer Vorderseite Veneer Rückseite Eingegliedertes Veneer

 

Verfärbte abradierte Unterkieferfrontzähne Minimalinvasive Veneerpräparation Eingesetzte Veneers