Das Tückische am Krankheitsbild der Parodontitis ist ihr unmerklicher Beginn, sowie ihr fast schmerzfreies Fortschreiten. Verursacht wird die Parodontitis durch eine kleine Gruppe höchst aggressiver Mundhöhlen-Bakterien. Wenn Sie sich dauerhaft unterhalb des Zahnfleisches festsetzen, besteht ein übergroßes, parodontales Erkrankungsrisiko. Wissenschaftliche Untersuchungen konnten nachweisen, daß insbesondere bestimmte Bakterienarten ursächlich mit dem fortschreitenden Verlust des Zahnfleisches verknüpft sind:

Actinobacillus actinomycetemcomitans

Porphyromonas gingivalis

Bacteroides forsythus

Treponema denticola

Prevotella intermedia

Unsere molekulargenetische Analyse der oben aufgelisteten Parodontitis-Erreger (micro-IDent von Hain Lifescience) weist das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein der verschiedenen Bakterienarten und die Höhe der Keimzahl (korreliert mit der Aggressivität der Bakterien) nach.

Wann ist diese mikrobiologische Diagnostik sinnvoll?

Bei entzündlichen Erkrankungen des Zahnhalteapparates besteht die Anfangstherapie in unserer Praxis aus PZR (Professionelle Zahnreinigung), Mundhygieneinstruktionen, Ernährungsanalyse und desinfizierenden Mundspüllösungen. Nach entsprechender Messung aller Zahnfleischtaschen ist oft im Anschluß eine geschlossene Parodontitis-Therapie (Ultraschallreinigung der Zahnwurzeloberflächen) notwendig.
Bei sehr aggressiven und sich wiederholenden Verlaufsformen der Parodontitis, bei entsprechend tiefen Taschenbefunden und immer bei offener Parodontal-Chirurgie mit GBR und GTR (gesteuerter Knochen- und Geweberegeneration) wird in unserer Praxis diese Diagnostik eingesetzt. Die Parodontitis-Erreger-Diagnose sichert das Behandlungsergebnis. Sie mißt vor Behandlungsbeginn das genaue Ausmaß der bakteriellen Infektion. Die Therapie wird dann mit entsprechender Antibiose (gezielte Keimspezifische Antibiotikabehandlung) durchgeführt. Am Ende der Parodontaltherapie ist es sinnvoll im Abstand von 3-6 Monaten eine weitere Analyse als Erfolgsbestätigung der Behandlung oder als Anlaß weiterer Behandlungsschritte zu veranlassen.