Die Amalgamfüllungen sind inzwischen total von den Kunststoffüllungen verdrängt worden, und das hat 3 stichhaltige Gründe: erstens entfällt die Quecksilberbelastung wie bei Amalgam, zweitens ist die Qualität der Kunststoffüllung mindestens der Amalgamfüllung ebenbürtig und drittens ist die Optik und Ästhetik der Kunststoffüllung für die meisten Patienten inzwischen der Entscheidungsgrund.

Die bisherige Problematik der Kunststofffüllung lag in der Lebensdauer, der Randspaltbildung und der Verarbeitung. Durch intensive Forschung ist es gelungen diese Schwachpunkte bei den Kunststoffüllungen zu eliminieren.

Die unbedingte Voraussetzung für solche qualitativ hochwertigen und langlebigen Kunststoffüllungen ist eine komplizierte, zeitaufwendige und sehr sorgfältige Verarbeitung. Eine "Conditio sine qua non" (=absolute Bedingung) ist die Behandlung unter Cofferdam (siehe Abbildung links unten). Mit dieser absoluten Trockenlegung kann eine Kontamination des Zahnes mit Feuchtigkeit (bereits bedingt durch die feuchte Atemluft!) ausgeschlossen werden. Dies ist für die Haftfähigkeit und die Dichtigkeit der Füllung absolut notwendig. Ein sehr positiver Nebeneffekt dieser Behandlungmethode ist, daß der Patient beim Entfernen der alten Amalgamfüllungen überhaupt nicht gefährdet wird, den Amalgamstaub zu schlucken - das Amalgam gelangt durch diese Isoliertechnik überhaupt nicht in die Mundhöhle und kann vollständig abgesaugt werden.
Nach Präparation der Füllung und Schutz der Pulpanahen Dentinareale mit einem Medikament müssen das Dentin und der Schmelz für den Verbund mit dem Komposit (Kunststoff) aufwendig konditioniert werden, der Kunststoff wird dann portions- und schichtweise appliziert und mit Blaulicht ausgehärtet (diese Vorgehensweise ist notwendig um die Polymerisationsschrumpfung auf ein Minimum zu reduzieren). Dann erfolgt das Einschleifen, das Konturieren und Glätten der Kunststoffüllung sehr sorgfältig mit Lupenbrille, da mit bloßem Auge die zahnfarbenen Überschüsse leicht übersehen werden können.

Zusammenfassend kann man sagen, daß Kunststoffüllungen im Seitenzahnbereich material- und verarbeitungstechnisch möglich sind, doch die unbedingte Voraussetzung für die Haltbarkeit dieser Füllungen ist das beschriebene Behandlungsvorgehen. Durch diese schwierige und aufwendige Verarbeitung bedingt ist nur eine private Liquidation möglich. Die Kosten für eine Amalgamfüllung werden von Ihrer Krankenkasse erstattet und von den Gesamtkosten abgezogen.