Fluoride sind essentielle Bausteine des menschlichen Körpers. Sie dienen zum Aufbau von Knochen und Zähnen. Fluoride sind die Salze von Fluor und chemisch so unterschiedlich wie Chlorgas und Kochsalz (Natriumchlorid). Behauptungen, Fluoride erhöhen das Krebsrisiko, hemmen das Zellwachstum und sind Enzymgifte entbehren bei den Dosierungen in der Zahnheilkunde jeder wissenschaftlichen Grundlage!

Wirkung der Fluoride

Karies entsteht durch die bakterielle Verstoffwechslung der Zahnbeläge (Speisereste). Dadurch entstehen Säuren, die den äußeren Zahnschmelz angreifen. Der Schmelz wird entkalkt und löst sich auf, dies ist das Anfangsstadium der Karies. Werden dagegen Fluoride in ausreichender Menge an den Zahnschmelz gebracht, lagern sich diese in den Schmelz ein. Dies bewirkt eine wesentlich geringere Säurelöslichkeit und dadurch ist die Kariesanfälligkeit des Zahnes deutlich vermindert.

Sogar die frühesten Stadien der Karies (fleckenartige weiße Entkalkung) sind durch die Einwirkung von Fluoriden heilbar.

Methoden der Fluoridierung

Vom 1.-3. Lebensjahr empfiehlt und verschreibt der Kinderarzt Fluoridtabletten in Verbindung mit Vitamin D zur Rachitisprophylaxe. Während der zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen vom 3.-6. Lebensjahr können abhängig von der Fluoridanamnese weiterhin Fluoridtabletten zur Kariesprophylaxe eingesetzt werden.

Weiterhin enthalten nahezu alle Zahnpasten und Zahnspülmittel Fluoride.

In der Zwischenzeit gibt es in der Bundesrepublik fluoridiertes und jodiertes Speisesalz, in vielen Ländern der Welt werden sogar dem Trinkwasser künstlich Fluoride zur Kariesprophylaxe beigemengt. Die Kariesreduktion durch Fluoride ist signifikant sehr hoch und wissenschaftlich mehr als eindeutig nachgewiesen worden.

In unserer Praxis kommt regelmäßig ein Fluoridierungsverfahren zur Anwendung: die Intensivfluoridierung mit hochkonzentrierten Fluoridierungslacken oder -lösungen:

Nach gründlicher, professioneller Reinigung der Zähne und Zahnzwischenräume erfolgt eine Trockenlegung mit Watterollen. Nun werden alle Zahnflächen und Zahnzwischenräume mit einem hochkonzentrierten Fluoridlack oder -lösung geschützt. Diese Maßnahme sollte, da sich die Fluoride im Laufe der Zeit verbrauchen, alle 3 Monate wiederholt werden.

Zusätzlich zu den eben genannten Fluoridierungsmaßnahmen bieten wir Ihnen bei hoher Kariesgefährdung die Intensivfluoridierung mit Fluoridierungsgelen an. Eine hohe Kariesgefährdung ist gegeben durch zu niedrigen Speichelfluß, hohe Zahlen kariesauslösender Bakterien, Mundhygienedefizite und mehrere bereits eingetretene kariöse Läsionen. Um die Widerstandsfähigkeit des Zahnschmelzes zu erhöhen sollen die Zähne mit einem hochkonzentrierten Fluoridgel einmal die Woche mit der Zahnbürste einmassiert werden und es soll eine Einwirkzeit von 5 Minuten eingehalten werden.

Eine höhere Effektivität erreicht man mit dem Fluoridierungsgel in Kombination mit individuell hergestellten Medikamententrägern. Wir fertigen mittels Alginatabdrücke (vom Oberkiefer und Unterkiefer) und Gipsmodellen individuelle Schienen an. Diese Medikamententräger sollen mit dem Fluoridierungsgel leicht gefüllt werden und einmal die Woche 5 Minuten getragen werden.

Fluoride, richtig dosiert und angewendet, sind die stärksten Waffen gegen Karies!

Bei Fragen zu diesem Thema stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.