Die Kauflächen der Backen- und Mahlzähne haben enge Spalten, Einkerbungen und zum Teil ampullenförmige Vertiefungen(Fissuren). Diese tiefen Einziehungen sind weder der spülenden Selbstreinigung des Speichels noch der Selbstreinigung durch abrasives Kauen zugänglich. Ebenso ist eine optimale Zahnpflege nicht in der Lage die Beläge bis auf den Boden der Kauflächeneinziehungen zu entfernen. Die Fissuren sind um einiges enger und schmäler als die Einzelborsten einer Zahnbürste.Wegen dieser ungünstigen Anatomie der Kauflächen ist die Fissurenkaries der Backen- und Mahlzähne mit 80-90% die häufigste Karieserkrankung bei Kindern und Jugendlichen.

Deshalb ist es sinnvoll, das Eindringen der Bakterien in diese Vertiefungen zu verhindern. Dies ist möglich durch das Einfliessenlassen von flüssigem Kunststoff in die Fissuren. Diese Versiegelung verringert massiv die Kariesanfälligkeit einerseits durch den Verschluss der Vertiefungen und Nischen, andererseits wird die Nahrungszufuhr für die Bakterien unterbrochen und durch das Blockieren des Stoffwechsels wird die Lebensfähigkeit der Keime blockiert.

Eine umfangreiche Literatur bestätigt den hohen kariesprophylaktischen Nutzen der Fissurenversiegelung: Im Vergleich zu unbehandelten Zähnen ging die Karies bei versiegelten Zähnen nach 3 Jahren um bis zu 85% zurück.

Die Vorgehensweise der Fissurenversiegelung erfolgt folgendermaßen: Zuerst wird die Kaufläche mit dem Fluoreszenzlaser Diagnodent(siehe dort) auf Karies untersucht, dann erfolgt die Reinigung der mikroskopfeinen tiefen Einziehungen mit dem Pulverstrahlgerät Air-Flow(siehe dort),anschliessend werden im Schmelz mit einer speziellen Säure Mikroretentionen geschaffen und zuletzt wird der flüssige Kunststoff in die Fissuren der Kaufläche eingebracht und mit einem Blaulicht mit spezifischer Wellenlänge ausgehärtet.

Die Haltbarkeit der Versiegelung ist zeitlich begrenzt, eine Kontrolle sollte stetig durchgeführt werden und bei Bedarf sollte die Fissurenversiegelung erneuert werden.